Akupunktur / Neuraltherapie

Akupunktur und Neuraltherapie sind neuromodulatorische Schmerztherapien, die wissenschaftlich untersucht werden

Sie können zum Beispiel bei der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzzuständen eingesetzt werden.
Diese Schmerztherapien verstehen den menschlichen Organismus als ein komplexes Regulationssystem. 
Durch den Einsatz von Akupunkturnadeln oder durch gezielte Injektionen von Lokalanästhetika in der Neuraltherapie können vegetative Störungen beeinflusst und Selbstheilungsprozesse aktiviert werden. Dabei werden die Austrittspunkte einzelner Nerven gereizt und die von ihnen versorgten Körpersegmente so stimuliert, dass die Schmerzwahrnehmung in Körper und Bewusstsein reduziert oder aufgelöst wird.
Die Forschung dazu widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung dieser Regulationstherapie - von den anatomischen und physiologischen Grundlagen bis zur therapeutischen Anwendung.

Das folgende Video erklärt Ihnen in Kurzform Wissenswertes zu Schmerztherapien, Akupunktur und Neuraltherapie

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Interessante Studien gab es zur sogenannten Placeboakupunktur

In der sogenannten Placeboakupunktur, wurden entweder klassische Akupunkturpunkte oder weitere Punkte im selben anatomischen Segment gereizt. Dabei zeigte sich auch eine schmerzreduzierende Wirkung an diesen Punkten im Umfeld von klassischen Akupunkturpunkten. Diese Wirkung war kleiner als die der klassischen Akupunkturpunkte – aber interessanterweise größer als die von gängigen Schmerzmedikamenten.

Weitere Untersuchungen zeigten:

  • Der Name Placeboakupunktur beruht auf der reduzierten Annahme, dass man mit einer Akupunkturnadel nur über einzelne Punkte den pathologisch gereizten Nerven therapeutisch stimulieren kann, der bislang die Schmerzsignale aussandte. Die Segmentanatomie zeigt jedoch ein differenzierteres Bild:


  • De facto ist das Segment, das von einem einzelnen Nerven versorgt wird, der aus dem Rückenmark austritt, viel größer als ein klassisches Punktareal. Entsprechend größer ist auch das Areal, über das dieser Nerv durch Nadeln stimuliert werden kann. Das verdeutlicht, warum die schmerzreduzierende Wirkung solcher Punkte signifikant über der von gängigen Schmerzmedikamenten lag.


  • Die klassischen Akupunkturpunkte stimulieren den Nerven in der Regel stärker als die anderen Punkte im Segment. Die schmerzreduzierende Wirkung dieser klassischen Akupunkturpunkte war daher in den Studien noch höher.


Für die Forschung ebenso wie für die kompetente Therapie ist daher die fundierte Kenntnis der Segmentanatomie wichtig. Sie fördert den fachübergreifenden Austausch zwischen Medizin, Wissenschaft und Lehre.

Bilder und Dokumente aus dem obenstehenden Video

 Menschliche Embryonalentwicklung
 3. Woche 

Abbildung modifiziert nach Ingrid Wancura-Kampik

Segment Akupunktur
Wancura-Kampik

Segment Anatomie
Wancura-Kampik

Lehrbuch Integrative Schmerztherapie

Lehrbuch u. Atlas Neuraltherapie